Der Steinhauer Peter Gehrhardt, AI modified

Der Steinhauer.
Ein alter Beruf im Odenwald.


Der Steinhauer im Odenwald

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Steinhauerhandwerk ein wichtiger Bestandteil des ländlichen Arbeitslebens im Odenwald. In zahlreichen kleinen Steinbrüchen, die häufig am Rand von Wäldern und in abgelegenen Lagen zu finden waren, wurde der vorhandene Granit noch überwiegend von Hand gewonnen und bearbeitet. Maschinen, wie sie später in größeren Steinbrüchen eingesetzt wurden, standen den Steinhauern kaum zur Verfügung.

Mit Schlägel, Fäustel, Meißel, Keilen und schwerem Schlaghammer wurden zunächst große Granitblöcke aus dem Fels gelöst. Anschließend teilte und bearbeitete der Steinhauer die Stücke so lange, bis daraus handliche und möglichst gleichmäßige Pflastersteine entstanden. Jeder Stein wurde einzeln zugerichtet. Diese Arbeit erforderte nicht nur große körperliche Kraft, sondern auch Erfahrung, Geduld und ein gutes Gespür für die natürliche Struktur des Gesteins.

Auch Peter Gehrhardt war als Steinhauer tätig und betrieb einen eigenen kleinen Steinbruch.

Dort arbeitete er mit den traditionellen Werkzeugen seiner Zeit und gewann aus dem Odenwälder Granit das Material für die weitere Verarbeitung. Die fertigen Pflastersteine wurden für Wege, Straßen, Höfe und Plätze verwendet und waren über viele Jahre ein beständiges Produkt dieses Handwerks.

Die kleinen Steinbrüche waren dabei weit mehr als reine Arbeitsstätten. Sie waren Teil der örtlichen Landschaft und boten Menschen aus der Umgebung eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das Handwerk der Steinhauer steht heute beispielhaft für eine Zeit, in der aus heimischem Gestein mit Muskelkraft, handwerklichem Können und einfachen Werkzeugen Stück für Stück ein wichtiger Baustoff für die Region entstand.