Erste Hälfte 17. Jahrhundert.
Fürstbistum Bamberg.


Nicolaus Schröpel (1607/08 bis 1692) „Praetor zu Reichenbach ex Bambergensis“ aus Altenreuth ist unser Ahnherr.

Er ist ein ernannter Vertreter des Fürstbistums im Bereich des Gerichtswesens, der Urteilsverkündigung und der Vollstreckung.

Seine zentrale Funktion war der Vorsitz im Hoch- oder Niedergericht.

Dies ist vergleichbar mit dem Amtmann, dem Vogt oder Landvogt. Die Begrifflichkeiten wurden zum Teil synonym verwendet.

Sein Sohn Johannes und sein Bruder Adam werd gleichfalls in Altenreuth geboren. In der zweiten Hälfte des gleichen Jahrhunderts verlassen sie ihre Heimat in Richtung Odenwald.

2. Hälfte 17. Jahrhundert.
Am Rhein und der Bergstrasse.


Hans (eigentlich Johann) (1658 bis 1734) und sein Bruder Adam (1673 bis ?) haben die alte Heimat verlassen und kommen in den Odenwald.

Während Hans in Gernsheim heiratet, arbeitet sein jüngerer Bruder als Schneider an verschiedenen Orten.

Nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges übernimmt der Ältere die Mühle am „Hanberg“ bei Jugenheim.

Es handelt sich hierbei um eine Schneidmühle, fortan nennt er sich auch „Müller zu Jugenheim“.

Aus dem Jahr 1725 ist eine Beschwerde beim Landgrafen bekannt, wo er sich über ein, vom Hessischen Forstamt benutztes Grundstück, beschwert. Dieses sei über „Generationen im Besitz seiner Familie befindlich“.

Sein Neffe Friedrich erlernt das Müllerhandwerk auf seiner Mühle und tritt in die Fußstapfen des Onkels.

Von Adam verlieren sich die Spuren in der Zeit.

Erste Hälfte 18. Jahrhundert.
Johann Friedrich der „hochadlige Müller“.


Während sein Onkel auf der Jugenheimer Mühle das Kommando führt, zieht es Johann Friedrich (1700 bis 1743) zunächst auf die Teichmühle zu Wembach. Er ist der erste unserer Familie auf dem Gebiet des heutigen Ober-Ramstadt. Nach seinem Wegzug gibt es lange keine Vertreter unseres Hauses vor Ort.

In den 1730er Jahren übernimmt er die „Fleischmühle“ bei Gräfenhausen, hier werden einige seiner Kinder geboren.

Danach zieht es ihn ins „Rodensteiner Land“.

Er gewinnt den Bieterwettbewerb um die Freiherrliche Dornmühlgut. Fortan tritt er als Dornmüller auf oder wie es im Kirchenbuch vermerkt ist als „hochadliger Müllermeister“.

Diese Entscheidung bringt der Familie kein Glück, so stirbt er nur ein paar Jahre später und auch seine sehr junge Tochter gibt ihr Leben. Eine Tragödie.

Zweite Hälfte 18. Jahrhundert.
Die „Schröpelsmühle“.


Auch Georg Conrad (1728 bis 1799) ist, wie sein Vater und sein Großonkel und Urgroßvater, Müllermeister, zunächst mit dem Vater auf der Dornmühle gelangt er um 1760 auf das Gebiet des heutigen Fischbachtal.

Anno 1763 heiratet er in Billings und betreibt forthin eine Mühle am Fischbach, welche in einem alten Mühlenverzeichnis von 1787 auch als “Schröpelsmühle” bekannt ist.

Die Eintragungen an der Stele im Ort sind hier falsch. Das Ehepaar war kirchlich verheiratet und hatte mehrere Nachfahren.

Neben seiner Tätigkeit als Müllermeister ist er uns auch als Gerichtsschöffe überliefert worden –heute wohnt seit vielen Generationen kein Namensträger unserer Familie mehr im Ort.

Erste Hälfte 19. Jahrhundert.
Nieder-Modau im Odenwald.


Mit Georg Conrad I. stirbt die Reihenfolge der Müllermeister in unserer Familie aus. Sein Sohn Johann Leonhard (1766 bis 1841) ergreift einen weit entfernt verwandten Berufszweig – er wird Schreinermeister. Im ausgehenden 18. Jahrhundert heiratet er eine Müllerstochter und lebte bis zu seinem Tod in Nieder-Modau.

In der Landwehr dient Leonhard als Hauptmann und auch sonst ist er sehr aktiv. Hiervon zeugen auch seine 13 Nachkommen.

Als ist dies nicht genug betreibt er eine Gastwirtschaft im Ort, neben der Landwirtschaft.

Diese Gaststätte besteht viele Jahrzehnte weiter bis nahe zur Gegenwart. Unter dem Namen „Krone“ betreiben später die Familien Schaller diese weiter. Dies kommt daher, dass deren Vorgänger gleich zweimal Töchter aus dem Haus Schröbel ehelichen.

Später werden viele Gastwirte in Modau und auch in Ober-Ramstadt sich auf Leonhard als Ahne zurückführen lassen.

Der von Georg Conrad II, einem Sohn von Georg Conrad I., abgeleitete Zweig in Ober-Ramstadt begründete in der ersten Hälfte des 29. Jahrhundert eine der größten Küchenmöbelfabriken.

19. bis 20. Jahrhundert.
Nagelschmiedemeister und Heildiener.


Der erstgeborene Sohn von Leonhard wurde nicht in Nieder-Modau, sondern auf dem Gebiet des heutigen Fischbachtal geboren.

Johann Heinrich (1798 bis 1866) wurde Nagelschmiedemeister und ist bis zu seinem Tod, neben der Familie Hechler, Besitzer des Kurpfälzer Hofes in Niedernhausen.

Mit ihm beginnt eine neue Tradition,  das Nagelschmieden. Forthin finden sich viele Nagelschmiedemeister mit dem Namen Schröbel.

Auch Johann Ludwig (1827 bis 1889), sein Sohn, wird Nagelschmiedemeister wie sein Vater in Niedernhausen. Doch hier kommt noch ein neuer prägender Berufszweig hinzu.

Ludwig wird Heilgehilfe. Hierfür reichte er 1852 ein Gesuch um „Zulassung zur Prüfung“ ein. Diesem wird statt gegeben.

Die Prüfung besteht aus Fragen wie “Welche Vorbereitungen sind für einen Aderlaß erforderlich?” oder “Wie werden Blutegelwunden gestillt?”. Neben Ludwig bewirbt sich auch Peter Schröbel um dieses Amt..

Noch heute nennt man die auf seinem Besitz lebenden Nachfahren im dörflichen Sprachgebrauch “´s Heildienersch”.

Auf dem Weg in die Gegenwart.
Heimat im Fischbachtal.


Der letzte Nagelschmiedemeister in unserer direkten Stammfolge ist Heinrich (1870 bis 1936) Schröbel. Heinrich lebte mit seiner Familie auf seinem Hof in Niedernhausen. Zur Unterscheidung mit den anderen Schröbel-Linien nannte man seine Familie im Dorfgebrauch “´s Heinersch”.

Nachfolger auf seinem Besitz ist Georg (1900 bis 1970) Schröbel – er betätigt sich als Dreher von Füllfederhaltern und betreibt gleichfalls nebenbei eine  Landwirtschaft. Verheiratet ist er seit den 1930er Jahren mit Anna Katharina Wüst aus Steinau.

Georg Heinz, der einzige Sohn von Georg und Anna, errichtet an anderer Stelle im Ort einen Neubau mit seiner Familie und führt hier den Namen und die Tradition der Familie Schröbel fort.

Viele Jahre prägt er, bis ins Jahr 2001 hinein, die Geschicke und sportlichen Erfolge der vergangenen Schützengemeinschaft. Für sein vielfältiges Engagement wird er mit dem Ehrenzeichen in Gold des Hessischen Schützenverbandes ausgezeichnet.