Der Werkzeugmacher.
Ein Spezialist im Hintergrund.


Der Beruf des Werkzeugmachers

Formenbau für die Spritzgussindustrie

Der Werkzeugmacher war ein Facharbeiter, dessen Arbeit wesentlich von handwerklichem Geschick, technischem Verständnis und großer Genauigkeit geprägt war. Im Formenbau für die Spritzgussindustrie fertigte er die Werkzeuge und Formen, mit denen später Kunststoffteile in großen Stückzahlen hergestellt wurden.

Am Anfang der Arbeit stand meist eine technische Zeichnung. Nach deren Vorgaben wurden die benötigten Werkstücke aus Stahl gefertigt. Dazu gehörten das Anreißen und Messen der Werkstücke ebenso wie das Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen und Feilen. Viele Arbeiten wurden an Werkzeugmaschinen ausgeführt, doch gerade bei der abschließenden Bearbeitung war weiterhin viel Handarbeit und Erfahrung erforderlich.

Eine Spritzgussform bestand aus zahlreichen einzelnen Teilen. Formplatten, Einsätze, Führungen, Kerne und weitere Bauteile mussten mit großer Sorgfalt hergestellt und anschließend passgenau zusammengebaut werden. Oft entschied eine Genauigkeit von wenigen Hundertstel Millimetern darüber, ob eine Form einwandfrei funktionierte.

Nach der Montage wurde das Werkzeug geprüft und im Spritzgussverfahren erprobt. Dabei zeigte sich, ob alle Formhälften richtig schlossen, die Kunststoffmasse sauber in die Form gelangte und das fertige Teil den vorgegebenen Maßen entsprach. Notwendige Korrekturen wurden vom Werkzeugmacher durch Nacharbeiten, Schleifen oder Feinanpassungen vorgenommen.

Die Arbeit reichte damit von der Zeichnung über die Fertigung einzelner Präzisionsteile bis zur fertigen Spritzgussform. Aus einem Block Stahl entstand ein hochpräzises Werkzeug, mit dem später Kunststoffgehäuse, technische Bauteile, Zahnräder, Abdeckungen und zahlreiche andere Produkte hergestellt werden konnten.

Um 1970 war der Werkzeugmacher noch stark von der Verbindung aus traditionellem Metallhandwerk und moderner Maschinentechnik geprägt.

Messschieber, Mikrometer, Lehren und Feinmessgeräte gehörten ebenso zum täglichen Arbeitsumfeld wie Fräsmaschinen, Drehmaschinen, Bohrmaschinen und Schleifmaschinen. Die Arbeit verlangte Geduld, ein gutes Auge und eine ruhige Hand – denn aus der Genauigkeit des Werkzeugmachers entstand die Qualität des späteren Serienprodukts.