Der Müller im Odenwald.
Typischer Arbeitsalltag.


Der Müller im Odenwald im 18. Jahrhundert

Der Beruf des Müllers gehörte im 18. Jahrhundert zu den wichtigen Handwerken eines Odenwälder Dorfes. Seine Arbeit hing unmittelbar von der Kraft des Wassers und vom Rhythmus der Natur ab.

Früh am Morgen kontrollierte der Müller den Mühlbach und das Wehr. Mit Schützen und Klappen regelte er den Wasserzufluss zum Wasserrad. War genügend Wasser vorhanden, setzte sich das Rad in Bewegung und übertrug seine Kraft über Welle und Zahnräder auf die Mahlsteine.

Die Bauern brachten ihr Getreide zur Mühle.

Der Müller prüfte die Körner, entfernte Verunreinigungen und führte das Getreide über den Trichter zwischen die beiden Mahlsteine. Der obere Stein drehte sich, während der untere feststand. Durch den Druck und die Bewegung wurden die Körner zermahlen.

Anschließend wurde das Mahlgut gesiebt. Mehl, Schrot und Kleie wurden voneinander getrennt. Das fertige Mehl füllte der Müller in Säcke und übergab es dem Bauern. Für seine Arbeit erhielt er in der Regel einen festgelegten Anteil des Mahlgutes, das sogenannte Mahlgeld oder den Mühlenlohn.

Der Müller musste zugleich Handwerker, Techniker und Kaufmann sein. Wasserrad, Wellen und Zahnräder mussten regelmäßig repariert werden; die Mahlsteine mussten geschärft und sorgfältig eingestellt werden. Außerdem musste er mit den Bauern abrechnen und dafür sorgen, dass die Mühle zuverlässig arbeitete.

So war der Müller eng mit dem Leben des Dorfes verbunden.